Samstag, 24. August 2019

Facebook zu mächtig? - Kennt ihr noch die Internetforen? Diese alten Plattformen vor Facebook?

Alle stöhnen über den Facebook-Maulkorb. Bis Facebook dich sperrt wusstest du selbst nicht mal, dass du eine Meinung hast. Und dann auch noch eine Falsche. Oder du hast irgendeinen Begriff, eine Vokabel benutzt die Facebook oder die Kahahne von Aas (oder die wie Tante von dieser Stalinistenstiftung heißt) nicht passt. Schwupps.. bist du bei Facebook verschwunden. Als hätte es dich nie gegeben. Deine Freunde finden dich nicht mehr und alle deine Kommentare sind im Nirvana (das ist der Textkäfig bei Faxebook im Keller).



Die Gruppenadmins und Moderatoren in den Facebookgruppen sind im Grunde machtlos, weil die Gruppe nur ein Teil Facebooks ist und dessen Regeln unterliegt. Eine große Gruppe unterliegt fremden Regeln! Ist doch irre. Einer schrieb, wir sollten alle Facebook verlassen und es fiel wieder der Begriff VK. Aber dort herrscht im Grunde das selbe System. Aber es ginge auch anders..

Die eigene Plattform

Eine große FB-Gruppe könnte sehr wohl geschlossen abwandern. Nicht zu VK sondern in ein eigenes Forum. Ihr wisst doch noch was Foren sind? Es braucht dazu nur einen "Managed Dedicated Server" in einem Rechenzentrum, die richtige Forensoftware, ein oder zwei Tech-Admins die sich technisch auskennen, einige Moderatoren (die aus der alten Facebookgruppe) und Mitglieder die bereit sind mitzumachen. Dabei man findet Sponsoren. Da fällt mir sofort Peter Weber ein, der Bauunternehmer aus Bayern. Denkt doch also mal über ein klassisches Forum nach. DAS wäre eine wirklich demokratische Diskussionsplattform. Und eine große Gruppe könnte es nicht nur leicht stemmen; es hätte Symbolcharakter.

Eifersuchtsbedenken

Und die Facebookgruppe könnte parallel weiter laufen. Nur ist es dann egal, ob wer wann wie warum gesperrt, gebannt oder sonstwas wird. Selbst wenn Facebook die ganze Gruppe sperrt wäre es Aufschnitt. Das eigene Forum kann auch immer neue Mitglieder aus Facebook heraus akquirieren. Und die Admins und Mods bleiben die Selben. Keiner muss also denken "ohh.. das nimmt mir 'meine' Gruppe weg". Nein gar nicht. Es gibt dem/den Gruppengründer(n) nur die volle Kontrolle in die Hand. Ohne Bevormundung durch den US-Multi.
Beispiele

Nicht umsonst sind erfolgreiche Foren nie nach Facebook umgezogen. Als Musterbeispiel sehe ich "Motor-Talk.de". Ein gigantisches Forum.



Dort steckt natürlich gigantisches Know How dahinter. Die Plattform vereint alles. Foren, Blogs, Redaktion und Magazin. Das mag jetzt 'leicht' übertrieben erscheinen, soll auch nur als Beispiel einer Evolution eines klassischen Forums dienen. Es geht auch viel kleiner und dennoch nicht weniger erfolgreich. Auch da habe ich ein Beispiel. Das alte "Supernature-Forum".



Herrlich klassisch und doch viel mehr als Facebook je bieten kann. Früher gab es massenhaft davon. Und dennoch - weiß der Geier warum - hat sich Facebook durchgesetzt. Obwohl es im Grunde nix kann.
Finanzierung und Organisation

Natürlich dürfen die Bedenkenträger nicht fehlen. "Wer ist zuständig?", "Was ist bei Streitigkeiten?", "wie wird das abgerechnet?". Alles legitime Fragen, aber ganz einfach zu lösen. Eine Variante möchte ich vorstellen:

Für die Gründung eines eingetragenen Vereins bedarf es min. sieben Gründungsmitglieder (gerne mehr). Die bereiten eine Vereinssatzung vor und berufen eine "Gründungssitzung" (kann auch per Skype-Konferenz laufen) ein. Ein Sprecher und ein Protokollant wird schnell per Vorschlag und Handzeichen gewählt. Dann geht eine Anwesenheitsliste herum in jeder Name, Geb. Datum, Wohnort und die Unterschrift einträgt (Das geht auch später per Kettenfax). Die Satzung wird verlesen und alle (oder die 2/3-Mehrheit) stimmen dieser zu. Der Protokollant vermerkt das. Dann werden der/die/das Vorstandsvorsitzender, dessen Vertreter und bei Bedarf ein Kassenwart und ein Beisitzender gewählt. Der Protokollant vermerkt das. Fertig ist der Verein. Der Vorstand rennt jetzt zum Notar und lässt den Verein zum e.V. also zum "eingetragenen Verein" und damit zu einer juristischen Person und Körperschaft machen. Kostet etwa 35 Euro beim Notar und 20 Euro beim zuständigen Gericht das das Vereinsregister führt. Nach ca. zwei Wochen kommen die Unterlagen vom Registergericht und der Verein ist voll geschäftsfähig. Kann also Konten eröffnen und überhaupt jede Art von Verträgen abschließen. Wie das mit der "Vollversammlung" und "Vorstands-Entlastung" für die Geschäftsjahre geht, erkläre ich gerne auf Anfrage.

Woher ich weiß, wie das geht? Na.., dann schaut mal hier ins Impressum (ganz unten)!



Ergo: Die eigene Plattform könnte (ohne nennenswerten monetären Aufwand) als e.V. (eingetragener Verein) geführt werden. Und das sogar gemeinnützig. Das bedeutet, Sponsoren können Spendenquittungen erhalten, die sie steuerlich absetzen können. Die eigene Plattform würde sich somit selbst finanzieren, wäre demokratisch (Vorstände können wiedergewählt oder abgewählt werden) und alle Mitglieder bestimmen gemeinsam die Richtung der Plattform.

Na.., wenn das nicht mal der Knaller wäre. So, und jetzt liegt es nur an euch großen Facebookgruppen Zeichen zu setzen und euch unabhängig zu machen.

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