Mittwoch, 4. September 2019

Wie ein Provinzlandkreis Fördergelder fürs Klima verbrennt..

was fällt hier auf? Genau.., NICHTS. Keine CO²-Emission. Im Gegenteil 
Ich bin ja bald aus den Schuhen gekippt als ich ganz zufällig auf ein Klimaprojekt in einem der klimaneutralsten Landkreise Deutschlands gestoßen bin. Unter "klimapakt.org" betreibt der Landkreis "Lüchow-Dannenberg" (auch "das Wendland" genannt) eine so gut wie gar nicht kommunizierte Webseite die sich mit dem Klima in der Gegend befasst. Wer sich ein bisschen auskennt weiß, dass dieser Landkreis bettelarm und überschuldet ist sowie über keinen nennenswerten öffentlichen Nahverkehr verfügt. Auch Arbeitsplätze sind hier so gut wie nicht vorhanden. Die wenigen kleinen Einzelhändler krebsen am Existenzminimum bzw. geben reihenweise auf. Der Leerstand an Gewerbeflächen erinnert an Ostdeutschland 1990. Es gibt keine Industrie, wenn man von einer handvoll winziger Mittelständler in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau absieht. Die Zukunft eines Werkes von Conti steht auf der Kippe. Selbst große Fleischverarbeiter, die in einer Agrarregion eigentlich blühen sollten, sind in der Insolvenz oder in Steuerhinterziehungs- und/oder Menschenhandel- sowie Schwarzgeldskandalen verwickelt. Alle tricksen was das Zeug hält. Warum geben die nicht auch auf und verlagern die Produktion? Die Antwort lautet "Fördergeld"!


Jedes Jahr pumpen EU und Bund Zig-Millionen Euro an Förderknete für alles mögliche in den Landkreis damit die Gegend nicht völlig implodiert. Und jetzt auch noch für "irgendwas mit Klima". In einem Landkreis der so dünn besiedelt ist, dass sich die Flora um jedes CO²-Molekül in der Luft kloppt um zu gedeihen.

Nun will der Geber dieser Fördergelder natürlich irgendwas zu sehen bekommen, bzg. der Verwendung der Gelder. Wie soll das in diesem "Nixlos-Landkreis" funktionieren? Was soll hier für den Klimaschutz getan werden? Die Antwort ist: GAR NIX! Also bastelt der Landkreis eine nette Webseite und schreibt da nur - sorry - Scheiße rein. Hier die übersichtlichen Inhalte:


  1. STADTRADELN 2019 - RADELN FÜR DEN KLIMASCHUTZ
  2. FAHR RAD! FÜR'S KLIMA
  3. LEIHRÄDER FÜR'S KLIMA
  4. BIOMASSEHEIZUNG FÜR DIE MUSIKSCHULE LÜCHOW
  5. KLIMASCHUTZTIPP: AUF KLIMAANLAGEN VERZICHTEN
  6. KLIMASCHUTZTIPP: KALTE DUSCHE FÜR DEN ENERGIE- UND WASSERVERBRAUCH
Webpräsenz ohne sinnvolle Inhalte

Aha.., Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad, eine sinnvolle Baumaßnahme, der Rest der selbe Schwachsinn wie das Fahrrad in einer Region wo die nächsten Arbeitsplätze 39 Kilometer entfernt liegen. Und den Wocheneinkauf beim Discounter will man sicher auch nicht mit dem Fahrrad erledigen. Auch wenn die ganz Durchgeknallten dafür "Lastfahrräder" empfehlen. Iss klar.. Lastfahrräder für die Massen an Insassen der "Seniorenresidenzen", die hier die einzigen Arbeitgeber sein dürften, die das kommende Desaster überstehen. Altenpflege in der "Residenz" ist hier vergleichsweise preiswert. Daher fluten sich die wenigen Orte, die mehr als drei Häuser und einen Stall haben, mit "Zugezogenen". Nämlich den Alten. Und die fahren keine Lastenfahrräder. Die fahren Rollator; wenn überhaupt. 

Es gäbe tatsächlich EINE sinnvolle Maßnahme für das Klima in diesem Landkreis. Nämlich die Einstellung der zerstörerischen Landwirtschaft. Die überwiegend sandigen Böden sind für die Agrarwirtschaft eigentlich völlig ungeeignet. Im Grunde steht alles auf Auenlandschaft der Elbe und Heidelandschaft. Natürlicherweise wachsen hier nur Gräser, Schilf, Heidekraut und krüppelige, kleine Wälder (meist Flachwurzler). Also quasi alles, was mit kargen Böden in der Fläche und feuchten, sandigen Böden in Elbnähe zurecht kommt. Weizen, Roggen, Mais, Rüben und das andere übliche Zeug, was uns mit Kohlehydraten fett macht, gehört definitiv nicht dazu. Damit es dennoch zum Gedeihen gebracht wird, sind Unmengen an Kunstdünger und Gülle erforderlich. Und natürlich unglaubliche Mengen an Grundwasser was mit unzähligen, Diesel betriebenen, Pumpen auf die Felder versprüht wird und natürlich überwiegend einfach nur verdunstet. Das ist genau dieses Grundwasser, was zuvor durch Dünger, Pestizide und Gülle weitgehend vergiftet wurde (Brunnen dürfen kein Trinkwasser fördern) und eben den Flächen und Pflanzen fehlt, die hier ursprünglich ansässig wären und latent noch sind. Vorallem die Wälder leiden unter der Grundwasserentnahme durch die Agrarbetriebe. 

Aber genau die einzig sinnvolle Umweltschutzmaßnahme in diesem Landkreis ist absolut tabu. Die drastische Änderung der Landwirtschaft. In den Stadt-, Kreis- und Gemeinderäten sitzt und entscheidet wer? Genau.. die Bauern und Personen, die auf die eine oder andere Weise von der Landwirtschaft profitieren. Und die begehrte Förderkohle gibt es meist nicht für die ideale Bodennutzung sondern für definierte Agrarwaren. Also wird weiter auf Kartoffel (und Stärke), Rübe (Zucker), Mais (Futter und Biogas) und Getreide gesetzt, statt verstärkt auf Weidewirtschaft und Nutzvieh. Und selbst die wenigen Viehzuchtbetriebe (meist sogar mit Bioland und sonstigen Zertifikaten behaftet) sind in Tierhaltung-Skandale verwickelt, wie zuletzt im Fall Jochen Kulow's "Eichenhof", den die TAZ aufdeckte

Trotz Bioversprechen nix BIO
Ein entlarvendes Fazit: In dem "achso Öko-Landkeis" Lüchow-Dannenberg ist am Ende gar nichts "Öko". Fehlt dem "Wendländer" als bekennender Gutmensch jetzt einfach nur die Selbstreflexion oder ist auch hier das Problem aller Grünen und Linken spürbar? Die vermeidliche Besetzung der einzig richtigen Moral? In einer Region, in der Rinder und Schweine auf grünen Weiden die riesigen Flächen am Sinnvollsten nutzen sollten, bestehen "ökologische Menschen" auf vegane Kost und damit auf viel Getreide und Kartoffeln statt auf Fleisch und Milch. 

Das dieses unlogische Arroganzdenken auch noch haufenweise Fördergelder und Strukturhilfen in diesen Landkreis befördert, die ganz offensichtlich ihren Zweck verfehlen, ist nicht nur aus Sicht der Steuerzahler ein Eklat. Diese Fördermittel führen das Wendland immer weiter in die falsche Richtung.  

1 Kommentar:

Anett hat gesagt…

Danke für den längst fälligen Beitrag, der das Wendland in seiner nach aussen getrangen "Öko-Schild" entlarvt